vendemmia tardiva / Späternte
Die Spätlese ist eine Weinherstellungstechnik, die ihren Ursprung im Elsass hat, einer Region zwischen den Vogesen und dem Rhein in Frankreich. Seine Entdeckung wird einem Winzer zugeschrieben, der angeblich bei der Ernte vergass, einige Trauben zu pflücken, und den Fehler erst bemerkte, als die Trauben bereits verwelkt waren. Der Mann beschloss dennoch, mit der Weinherstellung fortzufahren und erzielte überraschende Ergebnisse, die seine Erwartungen übertrafen. Diese Methode wurde in Frankreich als „verdage tardive“ bekannt und verbreitete sich schnell im gesamten Elsass.
Im Jahr 1984 formalisierte die französische Regierung die Spätlese als integralen Bestandteil der Weinherstellung und erlaubte sie nur in vier bestimmten Regionen: Elsass, Alsace Gran Cru, Juraviçon und Gaillac, die alle als AOP (Appellation d’Origine Protégée) klassifiziert sind, was der italienischen entspricht DOP.
Die Herstellung von Spätleseweinen ist ein komplexer und heikler Prozess, der milde Temperaturen erfordert, die nie unter 17 Grad Celsius liegen. Dies erklärt, warum sich die Winzer darauf beschränkt haben, diese Technik nur in einigen europäischen Regionen anzuwenden.
Bei der Spätlese handelt es sich nur um eine Ernte, und Winzer müssen darauf achten, die Reifezeit nicht zu sehr zu verlängern, um das Risiko von Grauschimmel zu vermeiden, der die Ernte schädigen könnte. Im Gegenteil, sie könnten auf das Auftreten des Edelschimmelpilzes Botrytis Cinerea hoffen, dessen Anwesenheit dazu beitragen kann, den Wein noch süsser und wertvoller zu machen.
Wenn die Späternte erfolgt
Die Spätlese erfolgt im Allgemeinen am Ende der traditionellen Erntesaison, wenn die Trauben sehr reif oder sogar getrocknet sind. Der genaue Termin kann je nach Weinregion und Wetterbedingungen variieren, liegt aber meist zwischen Spätsommer und Frühherbst, oft zwischen September, Oktober und November.
Die Trauben, die für die Spätlese bestimmt sind, werden im Vergleich zur herkömmlichen Ernte länger am Rebstock belassen, wodurch sie einen fortgeschrittenen Reifezustand erreichen. Während dieser Zeit können sich die chemischen Bestandteile der Trauben verändern, wie z. B. ein erhöhter Zuckergehalt und ein verringerter Säuregehalt, was dazu beiträgt, süssere und aromatischere Weine zu erzeugen. Eine späte Lese wird oft mit der Produktion süsser, aromatischer Weine in Verbindung gebracht, die für ihre Komplexität und Geschmacksfülle bekannt sind.
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